WARUM JEDER „VELOCITY-BASED“ TRAINIEREN SOLLTE – TEIL 1

VELOCITY-BASED TRAINING (VBT)

Wir können heute Geschwindigkeit als biometrisches Feedback Tool verwenden, um Trainingsvariablen wie Last, Intensität, Frequenz usw. täglich zu regulieren. Empirische Daten bieten damit verbunden die Möglichkeit, Sportlern durch objektive Messungen Feedback zu geben. Das hat nicht nur trainingstechnisch einen Nutzen, sondern bietet auch psychologische Vorteile.

Diese Studie (1) zeigte Verbesserungen in der Motivation und Wettbewerbsfähigkeit der getesteten Sportler.
Geschwindigkeits-Feedback ist ebenfalls nützlich, um effektiv Müdigkeit und die Intensität während Trainingseinheiten zu überwachen (2).

VBT ist nicht nur für Leistungssport ein nützliches Tool, sondern kann auch bei „Nicht-Athleten“ sinnvoll eingesetzt werden.

Nehmen wir als Beispiel die Seniorenbevölkerung. Das Hauptziel von Widerstand-Trainingsprogrammen für Senioren ist die Erhaltung bzw. Erhöhung der funktionellen Leistung, wie zum Beispiel die Fähigkeit, von einem Stuhl aufzustehen und Treppen zu steigen. Krafttraining ist die effektivste Möglichkeit, altersbedingten Muskelschwund (Sarkopenia) entgegenzuwirken (3). Hier lässt sich mit VBT ebenfalls präziseres Training und die Bestimmung des Leistungsniveaus durchführen.

Der  potenzielle Nutzen von VBT bei der Athletenüberwachung, der Trainingstheorie, der Belastungsbestimmung, dem Ermüdungsmanagement usw. ist unbestritten. Um die Geschwindigkeitsbestimmungsstrategien zum Vorteil eines Athleten anzuwenden, muss der Trainer kein Experte in allen Bereichen der Kinematik oder Statistik sein. Am Ende des Tages brauchen Trainer sofortig nützliche Anwendungen und fertig verwertete Daten. Genau das macht PUSH.

MEISTERE DIE  EINFACHHEIT

Die PUSH Technologie wurde entwickelt und validiert, ohne dass ein umfangreicher wissenschaftlicher Hintergrund für eine drahtlose Operation erforderlich wäre (Sato et al., 2015). Trägheitssensoren im PUSH-Band bieten ein hohes Maß an Praktikabilität und Benutzerfreundlichkeit, wobei die effektivsten Anwendungen solcher Geräte möglicherweise die einfachsten sind.

ZIEL-FEEDBACK UND LEISTUNG

Objektive Rückmeldungen verbessern den Erwerb von Fähigkeiten hinsichtlich motorischen Lernens, insbesondere in Bezug auf Kraftentwicklung (Randell et al., 2011). Am Kraftende des „Force-Velocity“ Spektrums erhöhten sich die Knieextensionsmomente um mehr als 7,2%, wenn visuelle Rückmeldung bereitgestellt wurde (Kellis & Baltzopoulos, 1996).

Absolute Bewegungsgeschwindigkeit ist eine wertvolle Trainingsvariable, aber das Sicherstellen von maximaler Absicht (Maximum Intent) spielt eine große Rolle bei der Anpassung der Kraft. Die maximale Stärke ist der grundlegende Leistungsverbesserer, der mit Verbesserungen der Motoraktivierungsmuster und höheren Raten der Kraftentwicklung verbunden ist (Aagaard et al., 2002; Behm & Sale, 1993).

Sobald eine Kraftgrundlage etabliert ist, kann die Graduierung zu höheren Bewegungsgeschwindigkeiten beginnen, aber die Absicht kann niemals verringert werden. Objektives Feedback zu liefern fördert die Absicht, höhere absolute Geschwindigkeiten zu erreichen. Trainingsinduzierte Anpassungen an die Leistungsabgabe scheinen geschwindigkeitsspezifisch zu sein, was bedeutet, dass Anpassungen mit der im Training erreichten Geschwindigkeit maximiert werden (Behm & Sale, 1993).

Mit dem ultimativen Ziel, Trainingseffekte auf den sportlichen Wettkampf zu übertragen, erlauben höhere absolute Geschwindigkeiten dem Athleten, bei Leistungsausgaben zu trainieren, die sportlichen Anforderungen ähnlicher sind (Kanehisa, & Miyashita, 1983; Moffroid et al., 1970).

In seiner einflussreichen Arbeit hob Banister (1979) hervor, wie wichtig Anstrengung bei der Übertragung von Trainingseffekten sei. Ein exponentieller Anstieg des Aufwands hat die Leistung und Leistung der Kraft verbessert. Die Trainingstheorie, welche auch immer gewählt wird, muss nicht aufgrund von technologischen Fortschritten neu erfunden werden, sondern kann erweitert werden, um dem Trainer bei der Implementierung und dem Athleten bei der Anpassung zu helfen. Training ist eine langfristige Investition, und selbst kleine Änderungen in der Absicht können einen großen Unterschied im Verlauf eines Programms ausmachen.

AUTOREGULATION

Mit einer scheinbar endlosen Menge an Gym-Technologie, kombiniert mit der verbreiteten Anwendung von Velocity-Based Training (VBT), ist es leicht, sich in dem Chaos der verfügbaren Informationen “online” zu verlieren. Wenn es jedoch um die tägliche praktische Anwendung objektiver Messungen geht, sollten wir uns als Trainer oder Therapeuten praktisch umsetzbarer Regeln bedienen. Wir möchten gemeinsam mit PUSH die Einfachheit von VBT zurückbringen, weshalb wir bei PUSH die Funktion “Velocity Loss Cutoff” eingeführt haben, um eine einfache Implementierung der Autoregulation zu unterstützen.

Absolute Geschwindigkeitszonen wurden ursprünglich geschaffen, um das Training spezifischer Kraftqualitäten zu fördern. Als mehr Forscher begannen, VBT zu erforschen, erkannten sie schnell, dass jede Übung ihre eigene Reichweite hat, dadurch werden die Torpfosten dieser Zonen verschoben (Tabelle 1 und 2). Dies wird durch die individuelle Variabilität der Reaktion noch weiter erschwert. Zum Beispiel zeigen diese Tabellen auch, dass stärkere und geübtere Athleten langsamere Geschwindigkeiten für eine minimale Geschwindigkeitsschwelle (MVT) oder Geschwindigkeit bei 1 Wiederholungsmaximum liefern können, was ein Endpunkt für diese Zonen und ein Ankerpunkt für das Profilieren ist.

Die Tabellen stammen von Dan Bakers „Velocity Based Training Guide“.

Die möglichen Mechanismen für diese Beobachtungen sind zahlreich und liegen außerhalb des Rahmens dieses Artikels. Unabhängig davon verkompliziert es die Programmierung und Anwendung von absoluten Geschwindigkeitszonen in der täglichen Trainingsumgebung.

Während sich der Zweck nicht vollständig überschneidet, löst die Verwendung von Geschwindigkeitsverlusten (Velocity Cut Off) anstelle von Geschwindigkeitszonen das Problem. Der Hauptunterschied besteht darin, dass der Geschwindigkeitsverlust relative statt absolute Werte liefert.

Wo ist nun der praktische Unterschied?
Es ist die prozentuale Geschwindigkeitsdifferenz zwischen der aktuellen Wiederholung und der ersten oder besten Wiederholung. Daher kann unabhängig von der Übung unabhängig von der Person ein einzelner prozentualer Schwellenwert für ein bestimmtes Programm oder eine Gruppe von Athleten festgelegt werden. Dies macht die Implementierung für den Trainer, das Folgen für den Athleten, einfacher.

Mit der eingebauten Velocity Loss Cutoff-Funktion vereinfacht die PUSH iOS-App die Autoregulation. Der Benutzer legt einen Prozentsatz des Geschwindigkeitsverlusts fest, bei dem der Lifter anhalten soll, und die iOS-App informiert den Benutzer in Echtzeit, wenn dieser Schwellenwert erreicht wurde.

Sanchez-Medina und Gonzalez-Badillo veröffentlichten 2011 erstmals eine Arbeit (4) zu diesem Konzept, die deutlich zeigt, dass der Prozentsatz des beobachteten Geschwindigkeitsverlusts stark mit Markern mechanischer und metabolischer Erschöpfung korreliert. Daraus folgt, dass ein Sportler, der einen Satz bei einer gegebenen Menge an Geschwindigkeitsverlust beendet, es vermeiden kann, übermäßige Ermüdung zu akkumulieren. Dies ist wichtig, da es Objektivität in einen Bereich bringt, der typischerweise subjektiv mit Bewertungen der wahrgenommenen Anstrengung (zB. RPE) gemessen wurde.

MONITORING – VERLETZUNG – RISIKOFAKTOREN

Wir sollten nicht mehr leugnen, dass wir im Zeitalter der großen Daten angekommen sind. Diejenigen die einerseits kühlen, übersichtlichen Kopf bewahren und andererseits effektiv mit Daten zu arbeiten wissen, werden als Trainer und Physiotherapeuten einen Vorteil genießen. Wir haben es täglich mit Datenerfassung, Datenanalyse und Interventionsmöglichkeiten zu tun.

Selbst mit einfachen Readiness-Fragebögen und RPE Methoden haben wir bereits große Daten, bevor wir überhaupt detaillierte Datensätze für neuromuskuläre Müdigkeit-Tests, Herzfrequenzvariabilität und GPS-Monitoring-Systeme in Betracht ziehen.

Eine Informationsüberlastung kann uns blind machen und mehr Probleme bereiten als nützlich sein. Wir sind Menschen in erster Line und Trainer in zweiter und das menschliche Gehirn ist nicht entwickelt, um solch große Datenmengen einfach zu verarbeiten. Unsere Augen suchen nach relevanten Mustern und wir sind oft mit einer gewissen Erwartungshaltung bereit, Trends zu sehen, wo keine existieren können.

Ein definiertes Ziel und subjektive Überwachungstools können Einblick in die “akute” Situation eines Sportlers geben. Tools wie PUSH können eine Momentaufnahme der aktuellen Wirkung von Lifestyle und nicht-trainingsbedingten Stressoren auf Sportler geben.

QUELLEN

1. Weakley jj, Wilson km, to K, read db, darrall-Jones J, ROE g, et al. Visual feedback dampens concentric barbell speed loss and improves motivation, competitiveness and perceived workload in male adolescent athletes. J strength cond Res. 2017. [epub before print].

2. Morán-Navarro R, Martínez-cava A, Sánchez-Medina L, Mora-Rodríguez R, González-badillo jj, pallarés jg. Movement speed as a measure of the amount of effort during resistance exercise. J strength cond Res. 2017. [epub before print].

3. Aagaard p, suetta c, caserotti p, magnusson sp, kjaer M. Role of the nervous system in sarcopenia and muscle wasting with aging: strength training as a countermeasure. Scandinav J med Sci Sport. 2010; 20 (1): 49-64.

4. Luis Sánchez-Medina; Juan José González-Badillo, Velocity Loss as an Indicator of Neuromuscular Fatigue during Resistance Training
Medicine & Science in Sports & Exercise. 43(9):1725-1734, SEP 2011

Marko Rados

Founder RAWO – CEO & Managing Partner

Qualifikationen:

– Bachelorstudium Sportökonomie
– Bachelorstudium Wirtschaftspsychologie
– Akademischer Sporttrainer (B&H)
– Modul Sportphysiotherapie
– EXOS Mentorships Sports Performance
– EGSA Kettlebell Coach

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