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“Fitness Professionals” verwechseln gerne zwei Begriffe: “Coach” & “Experte”.

Dies ist vorallem zu Beginn ihrer Karriere branchentypisch, viele tun es aber auch ihr ganzes Leben lang.

Als Coach bist du selbst als “Spezialist” mehr eine Art Hybrid und nur ganz selten ein Experte. Das ist auch gut so.

Experten sind in 1 bis 2 Bereichen absolute Spitze.
Ihre Aufgabe ist vortragen, lehren, weitergeben.

Mit richtigen Experten führt man ganz selten lange Konversationen sondern hört ihnen primär zu.

Die Aufgabe eines Coaches hingegen ist es ein Supportanker für bestimmte Menschen zu sein, Bedürfnisse verstehen und Rückhalt zu geben.
Dies ist keine “One Man Show”. Man führt intensive Gespräche mit dem Klienten und tauscht sich aus, man hört dabei als Coach mehr zu als man spricht.

Man ist “client-centered”.

Sowohl Experte als auch Coach zur selben Zeit zu sein funktioniert fast nie. Ein Elite Coach versucht stets seine Methoden anzuwenden sowie Informationen effektiv zu überbringen und emotionalen Zugang zum Klienten aufzubauen.

Sei dir deiner Rolle bewusst. Es bedarf großen Charakters ein guter Zuhörer zu sein.

Wieviel soll ich nun zuhören und wieviel sprechen?

Zur richtigen Zeit passiv oder interaktiv zu sein erfordert im Eingangscoaching oft blitzschnelle Entscheidungsreaktion und Analyse über die Charaktereigenschaften des Gegenübers.

Hierzu empfehle ich sich einer Technik aus einer simplen und bewährten Methode aus der Arbeitspsychologie zu bedienen, nämlich der “4 Personalities” Methode.

Mit dieser Herangehensweise versucht man den Gegenüber als Typ A, B, C, D zu deklarieren. Jeder Typ hat andere Merkmale und Charakterzüge, es sind auch Kombinationen möglich Der eine ist relativ detailiverliebt, der andere redet gern über sich selbst usw. Mehr dazu im “The Art of Coaching Part II”. Davon lässt sich schon mal eine erste Prognose ableiten, in welcher Relation des “Passiv-Aktivseins” sich der Gegenüber wohl fühlt. Nur dann kann man erste Kundenbeziehung vertiefen. Scheitert die “Connection” gleich zu Beginn durch ungenaues Einschätzen der Person, so wird man den Karren nur noch schwer aus dem Dreck ziehen. Es ist nicht unmöglich, aber man verspielt sich schon wichtige Anhaltspunkte bevor es überhaupt richtig losgeht.

Eine Atmosphäre der Offenheit und des Vertrauens sollte schon beim ersten Kontakt in die Wege geleitet werden.

Fragenstellen muss gelernt sein

Fragen stellen kann jeder. Du hast die Wahl; entweder ratterst du trocken die Fragen ab rein aus zwecken der Informationseinholung oder du stellst richtige Fragen auf die richtige Art und Weise. Man kann bereits in den Eingangsfragen einen großen Haufen Enthusiasmus, Neugierde, Interesse und Tatendrang vermitteln.

Du bist kein Experte wenn du alles können willst

In den ersten Monaten oder auch Jahren in der Branche steht man unter Zugzwang. Man möchte Klienten.

Die “Ich kann alles” Einstellung ist vielleicht hilfreich um anfangs vielbeschäftigt zu sein. Dies wird auf dieser Säule bauend jedoch nicht lange währen.

An dieser Stelle gilt es nun eine Entscheidung zu treffen. Wenn du jede Anfrage annimmst, jeden Bereich versuchst abzudecken und der “All in one” Typ bist, dann wird das langfristig betrachtet schlecht für deine Reputation sein.

Ein echter Elite-Coach, also ein Spezialist ist nicht daran interessiert jeden Bereich abzudecken. Dies wird er nur oberflächlich schaffen. Früher oder später werden sich Menschen bei einem “All in one” Typ nur einen kleinen Taster abholen und dann einen Spezialisten aufsuchen. Langfristiges Denken und disziplinerte Integrität gehört leider nicht zur Stärke eines frischen Coaches. Dies weiß ich aus eigener Erfahrung.

“All in One” vs. “Elite-Coach”

Elite-Coach: 1-2 Bereiche suchen in die man sich vertieft, seinen Anker legt und ein Spezialist wird = anfangs frustrierend & später belohnend aufgrund sehr guter Weiterempfehlungsrate und dem perfekten Bedienen einer Zielgruppe.

“For a word to be spoken, there must be silence. Before, and after.” – Ursula K. Le Guin